Urs Egger
Ortspartei Kreis 7 & 8
15.02.2018

Hochschulgebiet: Zukunftsfähige Verkehrslösungen heute vorspuren

Die FDP 7+8 begleitet das Generationenprojekt Hochschulgebiet Zürich Zentrum (HGZZ) seit Anbeginn eng und unter Berücksichtigung bestehender Befürchtungen und Hoffnungen. Das Projekt, das angesichts veralteter Infrastrukturen und Platzmangel nötig ist, kann eine grosse Chance für Stadt und Kanton sein – wenn es mit Augenmass umgesetzt wird. Das Gesundheitswesen, die Spitzenmedizin sowie unsere exzellenten Hochschulen werden gestärkt. Die räumliche Konzentration stellt einen grossen Standortvorteil dar.

Nachdem die baulichen Rahmenbedingungen für die erste Etappe bald geklärt sein dürften, muss jetzt der Fokus auf den Verkehr gerichtet werden. Die Bedürfnisse der drei folgenden Interessengruppen stehen im Vordergrund:

  1. Bedürfnisse der Allgemeinheit: Die Achse Rämi-/Universitäts-/Winterthurerstrasse ist die einzige den Norden mit dem Süden verbindende Hauptverkehrsstrasse (HVS) auf Stadtgebiet östlich der Limmat – und damit eine zentrale Achse zur Stadtversorgung sowie zur Erschliessung von Zürich-Nord, Glatttal/Flughafen sowie A1/Ostschweiz. Wird diese Achse verstopft, leiden die dortigen Anwohner, zudem auch jene auf den Ausweichrouten.  Was das heisst, erleben wir heute schon Tag für Tag bspw. auf der Universitätsstrasse vor dem Rigiplatz. In diesem Bereich muss unseres Erachtens noch viel Konzeptarbeit geleistet und der geografische Fokus geöffnet werden.
  2. Bedürfnisse des HGZZ selber: Dabei stehen ÖV und Langsamverkehr im Vordergrund. Hier scheint uns das Projekt nach erfolgten Korrekturen auf gutem Weg zu sein. Die Durchwegung des Gebietes ist nun offen konzipiert, Rolltreppen und Aufstiegshilfen sind in Diskussion, Tramstationen sollen der Situation angepasst, der Fahrplan verdichtet und Trams selber vergrössert werden. Auch gestaffelte Anfangszeiten an der Hochschule sollen Entlastung schaffen. Die Durchgängigkeit der «Zweiradachse» Freiestrasse – Sonneggstrasse scheint uns allerdings noch verbesserungsbedürftig. Zudem sollte den Parkiermöglichkeiten für die verschiedenen Mobilitätsformen mehr Beachtung geschenkt werden.
  3. Bedürfnisse der angrenzenden Quartiere: Interessanterweise stehen diese nicht im Widerspruch mit den oben skizzierten Interessen. Nur mit einer flüssigen Achse Rämi-/Universitätsstrasse und genügend Parkiermöglichkeiten für den unvermeidlichen Individualverkehr (Patienten, Lieferanten, Schichtarbeitende usw.) bleiben die Quartiere von Umwegfahrten, Suchverkehr und ständig besetzten Anwohnerparkplätzen verschont.

Auch wenn – oder gerade weil – heute nicht sicher gesagt werden kann, wie wir in dreissig Jahren verkehren werden, sind genügend Raumreserven zu schaffen. Was fehlende Raumreserven bedeuten, sehen wir heute im unteren Abschnitt der Rämistrasse, wo jetzt mit einem gewaltigen Aufwand Platz für den Zweiradverkehr geschaffen werden soll. Die FDP 7+8 legt deshalb Wert darauf, dass auf den zentralen Fussgänger-, Zufahrts- und Durchfahrtsachsen – weit über den Projektperimeter des HGZZ hinaus – so viel Raum reserviert wird, dass ÖV, Individualverkehr, Zweiradverkehr und Fussgänger entflechtet und unabhängig voneinander verkehren können. Die Entflechtung muss dabei nicht zwingend «horizontal» erfolgen. Wo zweckmässig und im Sinne einer verbesserten Aufenthaltsqualität sind auch vertikale Entflechtungen zu prüfen.

Für die Logistik während der Bauphasen und danach sind auch visionäre Lösungen zu prüfen. Mit Blick auf das Projekt «Cargo Sous Terrain» könnten unterirdische Logistiklösungen die Strasse entlasten, bspw. mit einer unterirdischen Verbindung zwischen dem Glatttal und dem HGZZ. Für die Stadt Zürich wäre ein solches Pilotprojekt eine Chance, in der City-Logistik eine Vorreiterrolle einzunehmen.

Die FDP 7+8 wird das Projekt HGZZ weiterhin eng begleiten und mit ihrer Vertretung in Kantons- und Gemeinderat wo nötig korrigierend Einfluss nehmen.